Ukraine: Über ein Dutzend Tote bei russischen Drohnenangriffen

Russische Drohnenangriffe:Mehr als ein Dutzend Tote in der Ukraine

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Russland hat Kiew erneut mit Luftangriffen überzogen, auch ein EU-Gebäude wurde beschädigt. Mehr als ein Dutzend Menschen kamen laut den Behörden ums Leben - darunter auch Kinder.

Ursula von der Leyen steht an einem Rednerpult. Hinter ihr ist ein Foto des beschädigten Geäudes der EU-Vertretung. Außerdem steht hinter ihr eine eurpäische Flagge.

In der Nacht haben russische Luftangriffe Wohnhäuser, Schulen und auch das Gebäude der EU-Vertretung getroffen. Bei den Angriffen sind mindestens 17 Menschen getötet worden.

28.08.2025 | 1:30 min

Das russische Militär hat die Ukraine in der Nacht großflächig mit Luftangriffen überzogen. Nach Angaben der Luftwaffe griff Russland mit fast 600 Drohnen und mehr als 30 Raketen an. Ein Großteil sei abgefangen und zerstört worden, an 13 Orten habe es jedoch Einschläge gegeben. Eingesetzt worden seien auch zwei Hyperschallraketen.

Am Morgen habe Russland eine weitere Welle von Luftangriffen gestartet - in der ukrainischen Hauptstadt Kiew seien Geschosse eingeschlagen, während Rettungskräfte unter Gebäudetrümmern nach Verschütteten suchten.

Tote in der Ukraine, darunter auch Kinder

Mindestens 15 Menschen kamen ums Leben, wie die ukrainischen Behörden mitteilten. Darunter seien vier Minderjährige, unter anderem ein 14-jähriges Mädchen sowie ein zweijähriges Kind und ein 17-Jähriger, schrieb der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, bei Telegram. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zunächst von mindestens acht Toten und Dutzenden Verletzten gesprochen.

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Die Menschen in der Ukraine reagieren auf die erneute Angriffswelle mit einer Mischung aus Trotz und Resignation, berichtet ZDF-Reporter Luc Walpot aus der Ukraine.

28.08.2025 | 2:02 min

Allein in Kiew trafen die Angriffe laut den ukrainischen Behörden mehr als 20 Orte. Wohnhäuser, Schulen und Büros im ganzen Stadtgebiet seien beschädigt worden, ein fünfstöckiges Gebäude sei eingestürzt. Explosionen wurden auch aus den Städten Sumy im Norden sowie Dnipro und Saporischschja im Süden gemeldet.

Auch EU-Vertretung beschädigt

Laut Antonio Costa, Präsident des Europäischen Rats, wurde auch das Gebäude der EU-Vertretung in Kiew beschädigt. Costa teilte ein Foto eines verwüsteten Büros in sozialen Medien. "Die EU lässt sich nicht einschüchtern", schrieb er. Der Angriff bestärke sie in ihrer Entschlossenheit, der Ukraine zur Seite zu stehen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reagierte "empört" auf die Angriffe. Russland töte "blindlings Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder" und nehme "sogar die Europäische Union ins Visier". Sie kündigte an, die EU werde in Kürze ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland vorlegen.

Bildmontage: Unbemannte Drohne (rechts); zerstörte Stadt in der Ukraine (links)

Russland greift die Ukraine zunehmend mit Drohnen an – gebaut mit westlicher Technik und Mikrochips. An der Front sichergestellte Drohnenteile zeigen: Trotz Sanktionen floriert der Schattenmarkt.

20.08.2025 | 13:02 min

Wadephul kündigt Konsequenzen an

Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigte ebenfalls Konsequenzen an. Der Angriff auf Kiew könne nicht ohne Folgen bleiben. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte bei einer Marine-Übung in Rostock, die Bedrohung durch Russland sei real.

Die russischen Drohnen- und Raketenschläge seien Moskaus Antwort auf den seit Wochen und Monaten geforderten Waffenstillstand und die Aufrufe zu echter Diplomatie, kritisierte der ukrainische Präsident Selenskyj. Statt für Verhandlungen habe sich Russland für Angriffe entschieden.

Russland wählt das Töten, anstatt den Krieg zu beenden.

Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident

Russland: Militärische Ziele in Ukraine attackiert

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die nächtliche Angriffswelle habe sich gegen militärische Ziele in der Ukraine gerichtet. Die Armee habe einen "Großangriff" gegen "Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes und Militärflugplätze in der Ukraine" geführt.

Ex-Nato-General Egon Ramms bei ZDFheute live.

Über Friedensverhandlungen mit Kreml-Chef Putin zu sprechen, während Russland die Ukraine weiter angreife, sei falsch, sagt Ex-Nato-General Ramms. Erst müsste das Sterben aufhören.

21.08.2025 | 17:08 min

Das russische Militär meldete auch den Abschuss ukrainischer Drohnen über den Gebieten Rostow, Belgorod, Smolensk und über der Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Der Flughafen der Stadt Wolgograd musste den Betrieb sicherheitshalber einschränken.

Das ukrainische Militär griff nach eigenen Angaben zwei Ölraffinerien in Russland an. Es handele sich um die Raffinerien Afipsky in der Oblast Krasnodar und Kuybyschewskji in der Oblast Samara.

Erdölraffinerien in Russland sind auf einer Karte von Russland gekennzeichnet.
Quelle: ZDF

Ukraine schickt Unterhändler in die USA

Unterdessen gehen die Gespräche über Sicherheitsgarantien nach einem Ende des Ukraine-Kriegs weiter. Der ukrainische Präsident Selenskyj schickt seine Chefunterhändler dazu in die USA.

Präsidialamtschef Andrij Jermak und Ex-Verteidigungsminister Rustem Umjerow sollen am Freitag in New York mit Vertretern der Regierung von US-Präsident Donald Trump sprechen, wie Selenskyj in Kiew ankündigte. Seitens der Amerikaner bestätigte Trumps Russland-Unterhändler Steve Witkoff das Treffen.

Pontzen aus der Ukraine

Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil war diese Woche zu Gesprächen in Kiew. "Es geht um das Signal, dass Deutschland fest an der Seite der Ukraine steht", so ZDF-Hauptstadtkorrespondent Daniel Pontzen.

25.08.2025 | 2:41 min

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Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
Zerstörtes Gebäude in Charkiw (Ukraine), aufgenommen am 18.08.2025
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Quelle: dpa, Reuters, AP, AFP

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