US-Gericht erklärt Großteil von Trumps Zöllen für illegal

Streit um Trumps Handelspolitik:US-Gericht erklärt viele Zölle für rechtswidrig

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Trump setzte seine Strafzölle auch mit einem Notstandsgesetz durch. Das hält ein Berufungsgericht nun für rechtswidrig. Der US-Präsident will die Entscheidung anfechten.

US-Präsident Donald Trump im East Room des Weißen Hauses.

Das Urteil bedeutet einen großen Dämpfer für die Zollpolitik des US-Präsidenten.

Quelle: picture alliance / empics

Ein Berufungsgericht in den USA hat Präsident Donald Trump die Befugnis abgesprochen, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz weitreichende Zölle auf Importprodukte zu verhängen.

Die Entscheidung tritt jedoch nicht vor dem 14. Oktober in Kraft, sodass die US-Regierung noch Zeit hat, sie vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten. Trump kündigte umgehend an, genau das zu tun.

Wie sich das Urteil auf den Handel mit Staaten auswirkt, mit denen bereits ein Abkommen geschlossen wurde, war zunächst unklar.

sgs Börse Zimmermann Bethmann

Die US-Zölle auf Autos aus der EU sollen rückwirkend gesenkt werden. Im Gegenzug stellt die EU Trump unter anderem milliardenschwere Investitionen in Aussicht, so Frank Bethmann.

21.08.2025 | 1:39 min

Dämpfer für Trump

Die Entscheidung des Gerichts bedeutet einen weiteren großen Dämpfer für Trumps aggressive Handelspolitik. Ende Mai hatte ein Bundesgericht in New York die Zölle aufgehoben und dauerhaft untersagt.

Dagegen wehrte sich die Trump-Regierung vor dem Berufungsgericht. Dieses hob die Blockade des New Yorker Gerichts zwar zunächst auf, um den Fall zu prüfen.

Mit seinem Beschluss hält das Berufungsgericht die Entscheidung der unteren Instanz nun aber in großen Teilen aufrecht, auch wenn es die Zölle nicht direkt untersagt.

Elmar Theveßen | ZDF-Korrespondent in Washington

Europa verpflichte sich, "750 Milliarden Dollar in Energie aus den USA zu investieren und 600 Milliarden Dollar an Investitionen sind zugesagt", so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.

22.08.2025 | 3:21 min

Die Urteile beziehen sich auf die von Trump erstmals Anfang April angekündigten länderspezifischen Zölle, die Dutzende Handelspartner der USA betreffen. Danach räumte die US-Regierung Fristen ein, damit die Länder weiter mit den USA verhandeln können.

In der Folge veränderten sich einige der Zollsätze. Im Falle der Europäischen Union zum Beispiel gilt seit dem 7. August ein Zollsatz von 15 Prozent auf den Import der meisten EU-Produkte in die USA.

Frachtcontainer an einem Hafen in Indien

Der Handelsstreit zwischen Indien und den USA spitzt sich zu. Ab Ende August sollen neue Einfuhrzölle für Produkte aus Indien gelten - auch weil Indien nach wie vor russisches Öl importiert.

20.08.2025 | 6:20 min

Trump will vor höchstes US-Gericht ziehen

Trump verteidigte seine radikale Handelspolitik und kündigte an, vor den Supreme Court - das höchste Gericht des Landes - zu ziehen.

Er werde die Zölle "mit Hilfe des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten zum Wohle unserer Nation einsetzen und Amerika wieder reich, stark und mächtig machen!", schrieb er auf der Plattform Truth Social.

Er kritisierte das Berufungsgericht als parteiisch und bezeichnete eine Abschaffung der Zölle als totale Katastrophe, die das Land "buchstäblich zerstören" würde.

Lianyungang, China: Container stehen an einem Hafen.

Die USA haben die Einführung der angedrohten Zölle gegen China um weitere 90 Tage verschoben, kurz bevor sie in Kraft treten sollten. Der neue Stichtag ist der 10. November.

12.08.2025 | 0:21 min

Gericht: Zölle durch Notstandsgesetz rechtswidrig

Trump hatte die Zölle mit dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 1977 begründet. Dieses Gesetz ermächtigt den Präsidenten, auf "ungewöhnliche und außerordentliche" Bedrohungen während eines nationalen Notstands zu reagieren. Zölle werden darin jedoch nicht erwähnt.

In der Entscheidung vom Freitag hieß es mit Blick auf das Notstandsgesetz: "Das Gesetz verleiht dem Präsidenten weitreichende Befugnisse, um auf einen erklärten nationalen Notstand mit einer Reihe von Maßnahmen zu reagieren, aber keine dieser Maßnahmen umfasst ausdrücklich die Befugnis, Zölle, Abgaben oder Ähnliches zu erheben."

Am 20. August 2024 wird im Produktionswerk des deutschen Automobilherstellers Volkswagen im ostdeutschen Zwickau ein Elektroauto hergestellt.

Seit Anfang August gelten Trumps umstrittene US-Importzölle auf viele EU-Produkte. Für viele Branchen in Deutschland bedeuten die 15 Prozent Zoll zusätzliche Unsicherheit.

07.08.2025 | 1:34 min

Trump hatte im April wegen des Handelsdefizits der USA einen nationalen Notstand ausgerufen. Die im Februar verhängten Zölle gegen China, Kanada und Mexiko hatte er damit begründet, dass diese Länder nicht genug gegen den Schmuggel von Fentanyl unternähmen.

Quelle: dpa, AFP, Reuters

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