Deutsche Marine:Inspekteur: Russische Ausspähaktionen Weckruf
Die Bundeswehr sei dabei, sich gegen Spähaktionen besser zu schützen, sagt Marine-Inspekteur Kaack. In der Ostsee beobachte er eine gesteigerte Aggressivität russischer Einheiten.
Vizeadmiral Kaack: Berichte über russische Spionage-Drohnen wirken wie "Wake-up-Call, dass wir mehr machen müssen"
Quelle: dpa"Überflüge von Drohnen, wir haben Eindringversuche, Sabotage-Versuche" - der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, warnt vor einer "gesteigerten Aggressivität" russischer Einheiten und den möglichen Folgen. Hinzu kämen Bedrohungen für die maritime Infrastruktur. Die Bundeswehr wappne sich allerdings gegen gezielte Ausspähaktionen ausländischer Staaten, sagte er im Deutschlandfunk.
"Wir haben die Sicherheitsmaßnahmen verbessert", auch die Marine habe sie deutlich verstärkt. "Wir sind dabei, diese Stützpunkte in der Luft, unter Wasser und über Wasser besser zu schützen, auch mit eigenen Drohnenanlagen", sagte der Inspekteur. Berichte wie aktuell über vermehrte Flüge russischer Spionage-Drohnen wirkten hier wie ein "Wake-up-Call, dass wir mehr machen müssen".
Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine sei dann auch die russische Spionage mit Drohnen in Deutschland häufiger geworden, erklärt Sicherheitsexperte Schindler.
30.08.2025 | 14:59 minSoldaten auf ihrem Weg nach Hause gezielt kontaktiert
In einem Bericht der "New York Times" hieß es unter Berufung auf Quellen aus US-Behörden und anderen westlichen Staaten jüngst, Russland oder russische Unterstützer ließen Routen im Osten Deutschlands, die für die Lieferung von Militärgütern an die Ukraine genutzt würden, mit Drohnen überwachen.
Kaack sagte weiter, das Ausspähen finde auf ganz unterschiedliche Art und Weise statt - mit Menschen, mit Drohnen. "Wir haben Eindringversuche und Sabotageversuche." Einige Soldaten würden auf ihrem Weg nach Hause kontaktiert. "Was wir da machen, ist natürlich zu reagieren."
Die generelle Sicherheitslage bezeichnete Kaack als kritisch:
Die Dienste gehen davon aus, dass spätestens 2029 ein möglicher Gegner bereit wäre, Unfug zu machen.
Jan Christian Kaack, Marine-Inspekteur
"Und das wollen wir gerne verhindern, indem wir verteidigungsbereit und abschreckungsfähig sind", sagte der Vizeadmiral. Dies gelte auch für den Ostseeraum.
Deutschland erhöhte massiv die Verteidigungsausgaben, doch die Marine hat akuten Personalmangel. Kanzler Merz besuchte die Marine auf der Ostsee.
28.08.2025 | 1:42 minMarine setzt auf neue Ausrüstung
Die Deutsche Marine setzt für mehr Sicherheit auch auf neue Ausrüstung. Im September solle das erste Aufklärungsflugzeug des Typs Boeing Poseidon P-8 ausgeliefert werden, sagte Kaack. Bislang sind acht Maschinen dieses Typs fest bestellt, vier weitere Bestellungen seien im Gespräch. Zudem werde die Marine in Kürze über eine Unterwasserdrohne verfügen. Einen hundertprozentigen Schutz werde es jedoch nie geben.
Darstellungen, wonach es sich bei Beschädigungen etwa von Datenkabeln in der Ostsee um Versehen oder Unfälle handele, nannte Kaack Erzählungen aus dem "Fabelreich".
Man kann nicht nicht bemerken, dass man einen Anker verliert.
Jan Christian Kaack, Marine-Inspekteur
Das sei so, "als wenn Sie mit einem Panzer über den Marktplatz von Osnabrück rauschen. Das schüttelt das Schiff. Und wenn der Anker dann unten auf dem Boden aufkommt, dann wird es auch aus dem Kurs gerissen".
Ein russisches Marineschiff liegt direkt vor der Nordspitze Dänemarks. Will es diese Hauptroute der Ostsee ausspähen? Ein Minensuchgeschwader der Deutschen Marine soll es überprüfen.
21.07.2025 | 2:38 minInspekteur lobt geplantes Wehrdienstmodell
In den vergangenen Monaten waren wiederholt im Meer verlegte Leitungen dadurch beschädigt worden, dass Schiffe Anker über den Meeresgrund schleiften. Für solche Vorfälle werden insbesondere offiziell zivile Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte verantwortlich gemacht, es gibt aber auch Vorwürfe gegen chinesische Schiffe.
Positiv bewertete Kaack die Gesetzespläne für einen neuen Wehrdienst. Dieser werde "ein Game Changer" sein, ein Wendepunkt, sagte der Inspekteur. Zwar sei er selbst auch ein Anhänger einer Rückkehr zur Wehrpflicht. Er sei jedoch überzeugt, dass bereits die nun geplanten Neuregelungen "uns massiv helfen werden", Personalengpässe zu überwinden.
Die Bundeswehr setzt in ihrem Gesetzentwurf auf die direkte Ansprache junger Männer und Frauen, bleibt aber beim Grundsatz der Freiwilligkeit.
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Isabelle Schaefers und Paul Schubert, Brüssel